Vergebung
Vor einigen Tagen erreichte mich der Brief einer Leserin meines Buches. In diesem Brief schrieb sie mir das sie nicht damit einverstanden sei, dass man den Bahn-Attentätern, vor langer Zeit in Spanien so geschehen, ihre Taten vergeben soll. Wie könnten die Angehörigen der Opfer jemals vergessen das man ihre geliebten Angehörigen ermordet hatte. Hunderte Menschen ermordet, und das vergeben? Niemals.
Vergebung. Was ist Vergebung? Vergebung ist nicht das Vergessen. Du vergisst nicht was man Dir angetan hat. Du trauerst und bist sehr zornig auf den oder die Attentäter und wünscht ihnen dasselbe Schicksal.
Ist es Verzeihung? Das ist es auch nicht. Du sagst nicht zum Mörder Deiner Familie: OK, ich verzeihe dir deine Tat.
Selbst Jesus am Kreuz sagte: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Er bat die Urquelle (Gott) den Römern zu vergeben. Warum hat Jesus nicht gesagt: „Ich vergebe euch euer Tun.“ Ich will hier nicht mutmaßen, aber ich denke, Jesus hatte nicht die Kraft dazu. Jesus überließ es dem Allerhöchsten. Dass er es wahrhaftig so gemeint hat als er den Allerhöchsten bat, den Römern zu vergeben, kann ich absolut glauben. Aber er selbst hatte nicht die Kraft dazu, nicht die Körperliche, ich meine hier die mentale Kraft.
Ich vergebe…. ist nicht einfach mal so dahingesagt. Dazu brauchst man Kraft und großes inneres Wachstum.
Was ist der Unterschied zwischen verzeihen und vergeben? Darüber habe ich mir Gedanken gemacht, mit folgendem Ergebnis: Verzeihen, das geht durch den Kopf. Vergeben, das geht nur wenn das Herz dabei ins Spiel kommt.
Wenn Deine beste Freundin vergessen hat das ihr euch gestern an einem bestimmten Ort treffen wolltet. Dann sagst Du: „Schwamm drüber, dann treffen wir uns demnächst.“ Das kann ich Dir verzeihen.“
Du kommst von einem Seminar zurück. Den Mann den Du über alles liebst, und Du Dir nichts Schöneres vorstellen kannst als dein zukünftiges Leben mit ihm zu verbringen, den hat Dir Deine beste Freundin inzwischen ausgespannt.
Da sagst Du nicht: „Schwamm drüber.“ Oder? –
Gott kann vergeben.
Aber kannst Du in diesem Fall vergeben? Du sagst: „Ich bin nicht Gott.“ Du hast recht, obwohl das auch nicht ganz stimmt. Darüber werden wir hier auf der homepage aber noch sprechen.
Wie kann ich denn vergeben, fragst Du jetzt? Du kannst es lernen. Ja, tatsächlich.
Du wirst in Deinem Leben immer weiter wachsen und weiter lernen. Wenn Du es nicht lernst in diesem Leben, dann in einem deiner nächsten Leben, auch darüber werden wir noch sprechen. Du schaffst das, davon bin ich 100% überzeugt. Du hast nämlich so viel Zeit zum Lernen, eine ganze Ewigkeit, wenn Du willst.
Noch eine kleine Geschichte.
Mein kleiner Schatz, mein geliebter Kater Danny. Er kam eines Tages nicht mehr nach Hause. Wo war er geblieben? Fast einen ganzen Tag dauerte die Suche nach ihm. Dann wurde er gefunden. Neben der Straße und Bürgersteig lag er tot im Gras. Angefahren in der Nacht von einem Auto. Friedlich, wie schlafend, hatte man ihn dann gefunden und zu mir gebracht.
Die Trauer war sehr groß wie man sich vorstellen kann. Aber da war kein Groll gegen den unbekannten Autofahrer. Da war Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür das man den kleinen Kater nicht achtlos auf der Straße hat liegen lassen. Danke dafür das man ihn zur Seite ins Gras gelegt hatte.
War das Vergebung? Was meinst Du? Sag es mir, wenn Du magst, über meine email adresse oder über das Kontaktformular.
DANKE
